Mit vielen "Kunststimmen gegen Armut"

Anne Radstaak hat Deutschlandweite Aktion mit angestoßen - Bundeskanzlerin erhält die Werke

 

BUCH. Zusammen mit drei weiteren Künstlern hat Anne Radstaak, Buch, die Aktion "Kunststimmen gegen Armut" ins Leben gerufen. Jeder Bürger kann auf unterschiedlichste Weise ein Werk zum Thema Armut und Hartz IV schaffen und an Bundeskanzlerin Angela Merkel schicken, um sinnbildlich auf die derzeitige Situation aufmerksam zu machen.

Angeregt durch eine Fernsehdokumentation über Hartz-IV-Empfänger wurde diese Idee geboren, künstlerisch auf die neue Armut in Deutschland hinzuweisen. Unter der Devise "Meckern war gestern, verändern ist heute", formierte sich das vierköpfige Koordinationsteam, alles freischaffende Künstler. Der Aufruf der Initiatoren im Internet unter http://www.kunststimmen-gegen-armut.de seit dem 1. September fand bereits ein breites Echo.

 

 

 

 

 

 

 

 

An die 100 Rückmeldungen haben die Künstler in den ersten Tagen erhalten, die sich mit Gedichten, Häkeldeckchen, einem Buch, Musikstücken, Videos, Gemälden oder auch mit Fotos ihre persönliche Einstellung zum Ausdruck bringen möchten. Die Aktion ist bereits auf ganz Europa übergeschwappt, sogar bis nach Toronto, von dort aus will sich ein Deutschstämmiger künstlerisch zu Wort melden.

Die Gruppe hat auch Zuschriften von Betroffenen bekommen, so von studierten Leuten, die von 345 Euro im Monat leben müssen, von Kindern, die in der Schule von der öffentlichen Tafel mit Nahrung versorgt werden, von Bürgern, die darauf hinweisen, dass sie nicht die Kraft haben, am Abend oder am Wochenende noch auf die Straße zu gehen, "wenn man zwei oder drei Jobs machen muss, um über die Runden zu kommen" und es schlimm finden, dass harte Arbeit nicht zum Leben reicht.

Die Werke sollen, so das Ziel der Künstler, geballt in Berlin ankommen. Und Anne Radstaak ist sich sicher: "Die Bundeskanzlerin wird gezwungen sein, sich damit zu befassen. Denn: Wer Kunst vernichtet, hat kein gutes Standing in der Öffentlichkeit."

Die Künstlergruppe wird am Donnerstag, 15. November, in Berlin sein. Sie ist natürlich nicht so blauäugig zu glauben, dass sie im Kanzleramt empfangen wird. "Mal sehen was sich tut. Auf jeden Fall werden wir nicht protestieren, sondern uns ganz friedlich verhalten." Die Bucher Künstlerin und Designerin hofft natürlich auf eine entsprechende Resonanz in den Medien. (öl)

 

 

 

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